Am 22.6.26 fand an der Pestalozzischule eine besondere Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Bildungsbiographien“ statt. Ehemalige Schülerinnen und Schüler kehrten zurück, um den aktuellen 8. Klassen Einblicke in ihren Berufsweg zu geben, Tipps für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche zu teilen und Fragen rund um die Berufswahl zu beantworten. Die lebendigen und authentischen Berichte stießen bei den Jugendlichen auf großes Interesse und zeigten einmal mehr, wie wertvoll der Austausch mit jungen Berufstätigen ist.
Nele, die ein Freiwilliges Soziales Jahr im Seniorenzentrum absolviert, erzählte, wie sie durch das Sozialpraktikum in der 9. Klasse ihre Leidenschaft für die Arbeit mit älteren Menschen entdeckte: „Am Anfang war ich unsicher, ob der soziale Bereich das Richtige für mich ist. Doch als ich die Dankbarkeit der Bewohnenden gespürt habe, war klar: Das ist mein Weg.“ Nach Beendigung des Sozialen Jahres wird sie in dieser Einrichtung eine einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin machen, mit der Option, die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau anzuschließen. Sie betonte, wie wichtig es ist, einfach mal auszuprobieren und nicht gleich aufzugeben, wenn etwas nicht sofort klappt.
Dunja, die als Kfz-Mechatronikerin mit Schwerpunkt Nutzfahrzeuge arbeitet, berichtete von ihrem Weg in den handwerklichen Beruf: „Ich habe ein freiwilliges Praktikum in meinem jetzigen Betrieb gemacht und gleich gemerkt: Das ist mein Job!“ Über diesen Weg hat sie auch ihre Ausbildungsstelle bekommen. „Meine Familie hat mich unterstützt und motiviert, als ich mich für die technische Ausbildung entschieden habe – und heute liebe ich meinen Job!“ Sie erzählte auch von den Herausforderungen in der Berufsschule, wo die Anforderungen in den Fächern hoch sind. „Aber ich erhalte viel Unterstützung von meinem Betrieb, das hilft mir sehr“.
Max, der als Polizist im gehobenen Dienst tätig ist, teilte seine Erfahrungen aus dem Bewerbungsprozess: „Ich wusste schon als kleiner Junge, dass ich Polizist werden will. Diese klare Vision hat mir die Motivation gegeben, nach der Mittleren Reife an der GMS die Fachhochschulreife zu absolvieren, um meinen Traumberuf zu erlernen.“ Er erzählte, dass die Kollegialität und der Zusammenhalt innerhalb des Teams bei der Polizei ihm helfen, diesen anspruchsvollen Beruf als Bereicherung zu erleben. „Das Bewerbungsverfahren war anstrengend, aber die Vorbereitung hat sich gelohnt. Ich habe mir vorher genau überlegt, warum ich diesen Beruf ergreifen will – und das hat überzeugt.“ Er ermutigte die Jugendlichen, sich frühzeitig über die Anforderungen ihrer Wunschberufe zu informieren und sich gezielt vorzubereiten.
Die lebendigen und authentischen Berichte stießen auf großes Interesse bei den Schülerinnen und Schülern der Klasse 8. Viele von ihnen nahmen nicht nur praktische Tipps mit, sondern auch die Gewissheit, dass es okay ist, unsicher zu sein und dass jeder seinen eigenen Weg findet. Besonders wertvoll war für sie die Erkenntnis, dass auch Rückschläge zum Prozess gehören und dass es sich lohnt, dranzubleiben.
Die Veranstaltung wurde von den Berufsorientierungsbeauftragten der Pestalozzischule Frau Gies und Frau Eckstein sowie der Schulsozialarbeiterin Judith Schleicher des Caritasverbandes Bruchsal geplant, koordiniert und moderiert, die so einen Rahmen schufen, in dem die Jugendlichen offen zuhören und nachfragen konnten. Die authentischen Berichte und praktischen Tipps der jungen Berufstätigen sind ein unersetzlicher Baustein in der Berufsorientierung der Pestalozzischule.
Ein herzliches Dankeschön gilt Neele, Dunja und Max für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Die Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd der Austausch zwischen ehemaligen und aktuellen Schülerinnen und Schülern sein kann und wie wichtig authentische Einblicke für die Berufsorientierung sind.
Wir freuen uns bereits auf die nächste Auflage im nächsten Schuljahr und hoffen, dass sich auch in Zukunft viele Ehemalige bereit erklären, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben!